Schlüsselübergabe der weltweit ersten Wasserstoff-Elektro-Nutzfahrzeuge in Luzern

Grosser Tag in Luzern, für die Schweiz, für die Welt, und für die Mobilität! Hyundai Hydrogen Mobility AG übergibt an sieben Schweizer Unternehmen die allerersten, serienmässig produzierten Wasserstoff-Elektro-Nutzfahrzeuge (36 t). Coop, Migros, Fenaco, Galliker Logistics, Camion Transport AG, F. Murpf AG and G. Leclerc Transport AG – allesamt Mitglieder des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz – nehmen als weltweit erste Unternehmen einen Hyundai XCIENT Fuel Cell in ihren Fahrzeugpark auf. Parallel dazu eröffnen AVIA, Agrola und Coop pronto, ebenfalls Mitglieder des Fördervereins, in den kommenden Monaten weitere Wasserstoff-Tankstellen, um die neuen Nutzfahrzeuge mit CO2-freiem, grünem Wasserstoff zu versorgen.

Die Elektromobilität mit grünem Wasserstoff ist nicht mehr Zukunft. Sie ist Realität. In Luzern übernahmen heute Coop, Migros, Fenaco, Galliker Logistics, Camion Transport AG, F. Murpf AG und G. Leclerc Transport AG die Schlüssel ihres ersten Hyundai XCIENT Fuel Cell Trucks.

Mit der Übergabe der ersten serienmässigen Wasserstoff-Lastwagen Hyundai XCIENT Fuel Cell fährt die Schweizer Privatwirtschaft ein neues, sauberes Mobilitätssystem hoch, mit dem sich die CO2-Emissionen, Russpartikel und Stickoxyde der Strasse nachhaltig reduzieren lassen – sowohl beim Schwerverkehr wie auch bei den Personenwagen.

Jörg Ackermann, Präsident des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz: „Mit dem heutigen Tag beginnt die Dekarbonisierung des Schwerverkehrs in der Schweiz. Die Hyundai Motor Company und die Schweizer Privatwirtschaft schliessen mit dem Einsatz der ersten XCIENT Fuel Cell Trucks einen Mobilitätskreislauf, der als ganzheitliches Wasserstoff-Ökosystem funktioniert. Damit lösen die Mitglieder und Partner des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz als weltweit erstes Land das Henne-Ei-Dilemma der Wasserstoffmobilität. Das wiederum wäre nicht möglich ohne die Entschiedenheit, mit der Hyundai die Entwicklung dieser Technologie vorantreibt. Das verbindende Glied in diesem gesamten Kreislauf heisst Energiewende, und die Überzeugung, dass sie sich nicht ohne grünen Wasserstoff umsetzen lässt.“

 

Die 36-Tonnen-Anhängerzüge werden mit grünem Wasserstoff betankt, der in der Schweiz aus erneuerbaren Energiequellen, ohne CO2-Emissionen, hergestellt wird. In der Brennstoffzelle wird durch eine chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff aus der Umgebungsluft elektrischer Strom erzeugt, der den 350 kW-Elektromotor antreibt. Aus dem Auspuff entweicht einzig Wasserdampf. Betankungszeit, Reichweite, Einsatzmöglichkeiten und Betriebskosten lassen sich mit heutigen Diesel-Lastwagen vergleichen – mit dem Unterschied, dass die Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge elektrisch und dementsprechend lautlos unterwegs sind. Dadurch lassen sich pro Jahr und Nutzfahrzeug rund 80 Tonnen an CO2-Emissionen einsparen.

Die Skalierung erfolgt schrittweise. Insgesamt kommen in diesem Jahr 50 Hyundai XCIENT Fuel Cell Wasserstoff-Elektronutzfahrzeuge (36 t Anhängerzüge) in die Schweiz. Parallel dazu bauen die Mitglieder des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz das Wasserstoff-Tankstellennetz auf. Auf die bereits offenen H2-Tankstellen in Hunzenschwil (AG) und St. Gallen (SG) folgen noch in diesem Jahr Zofingen (AG), Rümlang (ZH), Lausanne (VD) und Bern (BE). Anfangs 2021 eröffnen Rothenburg (LU) und Geuensee (LU). Sie bieten grünen Wasserstoff (H2 ZERO) für Nutzfahrzeuge (350 bar) und Personenwagen (700 bar) an.

Der weitere Aufbau erfolgt von 2021 bis 2023 mit insgesamt 1’000 Wasserstoff-Elektro-Nutzfahrzeugen und einem flächendeckenden Wasserstoff-Tankstellennetz. Parallel dazu dürfte das Volumen an Personenwagen mit dem umweltfreundlichen Wasserstoff-Elektroantrieb ebenfalls zunehmen.

Das neue Schweizer H2-Elektro-Mobilitätssystem im Überblick

Hydrospider, Hyundai Hydrogen Mobility (HHM), der Förderverein H2 Mobilität Schweiz und H2 Energy bauen derzeit in der Schweiz die emissionsfreie Elektromobilität auf. Die Grundlage dazu liefert ein Business-Ökosystem, das verschiedene Akteure aus dem Energie- und Mobilitäts-Sektor in einem privatwirtschaftlich organisierten System vereint. Jeder Bereich dieses Kreislaufs, von der Energiequelle über die Produktion bis zum Einsatz im Elektrofahrzeug, funktioniert ohne CO2-Emissionen.

Der geschlossene Kreislauf beginnt mit der Produktion von grünem Wasserstoff durch Hydrospider AG. Vorab erfolgt dies in einer neuen Produktionsanlage beim Alpiq Wasserkraftwerk Gösgen (SO). Der Wasserstoff wird ausschliesslich mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien (Wasser, Sonne, Wind) in der Schweiz hergestellt – und ist somit emissionsfrei und klimafreundlich. Dabei handelt es sich um vollständig grünen Wasserstoff, der den SAE Standard J2719 erfüllt.

Hyundai Hydrogen Mobility AG importiert bis ins Jahr 2025 bis zu 1’600 Brennstoffzellen-Elektro-LKW. Wasserstoffversorgung, Aufbau der Nutzfahrzeuge, Infrastruktur und Tankstellennetz für die ersten 50 Hyundai XCIENT Fuel Cell LKWs sind vorbereitet. Die 36 t Anhängerzüge dürften noch vor Ende 2020 auf den Schweizer Strassen unterwegs sein. Sie werden den Transporteuren und Logistikern nach dem Pay-per-Use Prinzip für die Warenverteilung in der Schweiz verfügbar gemacht.

Die Mitglieder des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz setzen die Nutzfahrzeuge ein und bauen die landesweite Betankungsinfrastruktur mit 350 bar und 700 bar auf (für Nutzfahrzeuge und Personenwagen). Die Anzahl Tankstellen wird in den kommenden Jahren sukzessive hochgefahren, um das zunehmende Volumen an Nutzfahrzeugen mit grünem Wasserstoff zu versorgen.

H2 Energy AG betreibt als Business-Innovator die zentrale Plattform für die Implementierung des Mobilitätssystems (Kompetenzzentrum für Technologie und Betriebswirtschaft).

Die Vorteile der Wasserstoff-Elektromobilität für die Kunden und die Umwelt: lokale und unabhängige Produktion, emissionsfreie Mobilität (Wasserdampf anstatt Abgase), Antrieb mit Elektromotor (leise und effizient), rasches Betanken (Vergleich mit konventionellen -Fahrzeugen) und eine hohe Reichweite.

Zudem hat Wasserstoff den Vorteil, dass er gespeichert werden kann. «Power to Gas» ist eine zentrale Technologie, um Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft, Photovoltaik oder Wind ins Energiesystem zu integrieren – unter anderem durch den Einsatz im Mobilitätssektor.

Informationen über den Förderverein H2 Mobilität Schweiz und dessen Mitglieder sind auf www.h2mobilitaet.ch zu finden.